Laufschuhe – Qual der Wahl

Ein großes Thema – viele Marken, viele Angebote, viele Anforderungen und große Bandbreite von diversen Sportlern und Läufern der ganz unterschiedlichen Art 😉 Bei uns in der Sportphysiotherapie Ausbildung drehte sich ein ganzer Tag mit einem Spezialisten nur um Schuhe (va Laufschuhe) und Einlagen! Weiters wurde dieses Thema auch immer wieder beim praktischen Lauftechniktraining und auch in den orthopädischen Fächern besprochen!

Hier nur ein kleiner Überblick aus meiner physiotherapeutischen und sportlichen Erfahrung 😉 aus dem Triathlon Training!

Neutralschuhe –  zum Trainieren der Fussmuskulatur, ermöglichen ein natürliches Abrollverhalten ohne stabilisierende Elemente. Die weniger stark ausgeprägten Dämpfungselemente ermöglichen ein gutes Feedback für den Untergrund und der Vorteil bei diesen Schuhen ist, dass sie orthopädisch noch ausreichend Schutz für die Gelenke geben (weil geringe Sprengung vorhanden)! Ein optimaler Schuh für Laufanfänger oder als Alternativschuh für lange Läufe!

leichte Trainingsschuhe / „light weight trainer“ / Minimalschuhe – also mein Favorit für den Wettkampf bei einer Langdistanz, Gewicht 300g (oder weniger) – gewichtige Komponenten für Stabilität & Dämpfung werden weggelassen, sprich es ist ein halbwegs korrekter Laufstil Vorraussetzung, Vorteil durch die dünnere / flexiblere Sohle kommt es zu einem deutlich direkteren Bodenkontakt – schnellere Laufzeit möglich und auch mehr Feedback ist möglich!
Für Laufanfänger vielleicht einmal für ein Fahrtspiel, Intervalltraining oder Steigerungslauf ausprobieren – am Anfang sollte es nicht der Dauer von einer Stunde übersteigen!

Stabilitätsschuhe – sollen dich in der Standbeinphase unterstützen und das „Einknicken“ „Umböckeln“ oder medizinisch ausgedrückt „Inversionstrauma“ verhindern. Aus meiner Sicht ist dieser nur bei einer sehr starken Pronationsneigung oder einem Senkfuss sinnvoll (und da auch keine Dauerlösung), da sich ja die gewollte Stärkung durch die Unterstützung der fehlenden Fussmuskulatur eher zurückbildet als stärkt!! Als Unterstützung ja, aber wenn man wirklich vorhat einmal einen Marathon zu laufen, dann muss die Fussmuskulatur stark genüg werden 😉 und dass schafft man schon!!! 

Wettkampfschuhe – eine Richtlinie ist wenn man die 10km unter 45min laufen kann, bringt die Ersparnis an Gewicht dieses Schuhes bei einem Wettkampf etwas und wird dich zu noch schnelleren Einheiten pushen 😉 Es fehlt die Dämpfung und Stabilität, dies führt infolge einer schwachen Fussmuskulatur zu orthopädischen Problemen. Tipp vielleicht ein etwas Minimalistischer Schuh am Anfang!

Trailschuhe – bist du viel im Gelände unterwegs? unbefestigte Wege und Wiesen? Tipp: Ferse sollte beim Schnüren der Schuhe fest im Schuh sitzen und darf (auch nicht beim kleinsten Widerstand) verrutschen!

Barfusslaufen – es gibt ja auch diese Zehenfängerschuhe, klar für spezielle Reizsetzungen zur Laufkoordination finde ich sowas nicht schlecht, doch für viele Kilometer ist es eher nicht zum empfehlen und eher als Trend zu bewerten – Gefahr des Ermüdungsbruchs, Achillessehnenbeschwerden!

 

In Punkto der Marken – dass ist Geschmacksache und die oben angeführten Schuhe hat jede Marke, ich persönlich habe vor allem die Marken Saucony  und Asics.

Abrolltest – unbedingt noch im Geschäft machen, leider schleichen sich immer wieder „Fehler“ in der Produktion bei den Maschinen ein, doch ein Umtausch funktioniert immer, bei korrekter Erläuterung und Aufklärung seitens des Käufers! (das werde ich nochmals separat zeigen)

Lebensdauer – eigentlich selbsterklärend, Leichtgewicht- und Schuhe mit minimaler Dämpfung die kürzeste Lebensdauer haben (max. 600km) – Trailschuhe / stabilere Schuhe ca 800km – 1.000km, der eigene Laufstil ist ausschlaggebend, viel Asphalt laufen – schnellere Abnutzung, Laufsohle beachten, Körpergewicht des Läufers, Innen und Aussenleben kann irgendwann den Anforderungen nicht mehr Standhalten

Autor: sportphysioelke

Physiotherapeutin, Sportphysiotherapeut, Triathletin

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